Einbezug der Bürger am Beispiel Bebauung Schwarzwaldstraße: Bruchlandung für Dumbo oder wie man Bürgerwünsche in der Verwaltung ignoriert…

 

 

 

Von Götz Noller, FDP-Gemeinderat

 

 

 

In der Gemeinderatssitzung im April 2018, habe ich folgende Textstelle aus der Vorlage zitiert: "Das städtebauliche Konzept ...sieht vor... entlang der Schwarzwaldstrasse Mehrfamilienhäuser zu realisieren, die in der Höhe entsprechend des ansteigenden Straßenverlaufs gestaffelt sind."

In Wirklichkeit wird die Schwarzwaldstrasse im oberen Bereich flacher, die geplanten Gebäude jedoch gegenläufig um ein bis zwei Geschosse höher. Was macht man dann, man formuliert einfach so lange um, bis dass es unverfänglich ist: "Aus städtebaulicher Sicht sind die geplanten Höhen und Dachformen der Situation angemessen. Der Hochpunkt... bildet ein städtebauliches Pendant zum Hochhaus auf der Südseite der Bahnlinie..."

Der Planstand aber ist schlichtweg derselbe. Eine vernünftige Begründung vor allem der Gebäudehöhen findet sich immer noch nicht. Die städtebauliche Struktur,   die Körnung,   die Gebäudehöhen   des Gebietes Lehmgrube werden inständig ignoriert.

Die Planer haben das sehr geschickt dargestellt: Auf sämtlichen Plänen sind die städtebaulichen Zusammenhänge nicht dargestellt, z.B. mittels "Schwarzplan",  welcher die jeweiligen Gebäudegrundflächen darstellt.

Es bleibt unbegründet, wie sich die Firstlinie im Zusammenhang mit der Topographie entwickelt oder schlichtweg falsch aufgezeichnet, wie die Bebauung östlich der Schwarzwaldstrasse.

Auch das Haus D hat mit der Lise-Meitner-Str.1 wenig gemein, denn als Turm ist es zu niedrig, als Hochhaus zu hoch. Haus D ist nichts Halbes und nichts Ganzes und müsste auch wesentlich schlanker sein. Bei der Betrachtung von Haus D muss ich immer wieder an " Dumbo den Elefanten mit den Segelohren " denken.

Ein Schwarzplan würde zeigen, wie massig die überbauten Flächen tatsächlich sind. Aber der fehlt… Der viel erwähnte erhöhte Stellplatzschlüssel ist eigentlich nur das was der Gemeinderat vor geraumer Zeit, vernünftiger Weise festgelegt hat, nämlich je nach Größe 1- 2 Stellplätze je Wohnung. Offensichtlich ist der Bauträger der zeitgemäßen Auffassung, dass sich weder der öffentliche Nahverkehr noch die Situation der Radfernwege den Bedarf an privaten Autos alsbald reduzieren wird.

Sehr real sind jedoch die Qualität und Menge der Einsprüche der Bürger von Bietigheim-Bissingen. Die Anwohner haben mit Fakten und weniger mit naheliegenden Emotionen argumentiert. Bei den verwaltungsseitigen Stellungnahmen hatte ich den Eindruck, dass manche Frage missverstanden wurde oder mit ausweichenden Texthülsen beschwichtigt wird.

So zeigt die Verwaltung nur, dass der Einbezug der Bürger nicht ernst gemeint ist, und an den Grundzügen des bereits im April 2018 von uns, der FDP-Fraktion, kritisierten Konzeptes hat sich leider nichts Wesentliches entwickelt. Die FDP wird das Konzept erneut ablehnen.

 

Götz Noller

 

Schwarzplan: Der Schwarzplan ist ein Instrument der Stadtplanung zur Darstellung von Gebäuden in einem ausgewählten Planausschnitt. Alle anderen Planelemente wie beispielsweise Straßen, Vegetation oder Gewässer werden ausgeblendet. Durch diese Modifikation kann klar zwischen bebauter (schwarz dargestellt) und unbebauter Fläche (weiß dargestellt) unterschieden werden. Mit Hilfe dieses Planes lassen sich die Stadtmorphologie und deren Entwicklung untersuchen (Quelle: Wikipedia).